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Sonntag, 15.12.2019

Zurück aus Amerika - September 2019

Am 6. Juli ging die Reise um 8 Uhr vom Paderborner Hauptbahnhof aus los. Nach einer dreistündigen und sehr anstrengenden Zugfahrt konnten wir endlich aus dem überfüllten Zug aussteigen und uns in Richtung Flughafen bewegen. Nach der Gepäckabgabe ging es auch schon schnell weiter zur Sicherheitskontrolle. Jedoch waren wir dort weniger schnell als wir hofften, da im Rucksack von Laura ein Industriemesser gefunden wurde, welches in dem Rucksack bei der Produktion eingenäht worden war. Nach einer etwas längeren Diskussion mit der Polizei durften wir dann doch noch weiter Richtung Gate. Dann verging die Zeit bis zum Flugstart doch ganz schnell. Nach einem ca. neunstündigen Flug warteten wir in Baltimore auf unseren Zug nach Washington D.C. Leider waren die Züge dort genauso pünktlich wie die Deutsche Bahn. Als wir total fertig von der Hinreise in Washington in unserer Unterkunft im Keller einer Kirche ankamen, stellten wir enttäuscht fest, dass Sauberkeit dort keine so große Rolle spielte. Wir beendeten unseren Tag aber noch in einem Burger-Restaurant, welches uns echt gut gefallen hat.

Am nächsten Tag fuhren wir mit der Metro Richtung Innenstadt, da wir einen Gottesdienst in einer Kirche der United Church of Christ geplant hatten. Vorher waren wir alle zusammen in einem schönen Café frühstücken. Besonders überzeugt haben uns die Belgischen Waffeln, was dann doch noch zu ein paar weiteren Bestellungen führte. Nach dem leckeren Frühstück ging es dann also zur Kirche, die von außen überhaupt nicht aussah wie eine Kirche. Sie bestand größtenteils aus Glas und war zudem sehr modern eingerichtet. Die Leute dort hießen uns alle herzlich willkommen und waren außerdem sehr erfreut darüber, uns Deutsche im Gottesdienst zu haben. Der Gottesdienst war natürlich auf Englisch. Generell unterscheidet sich die Art und Weise des Gottesdienstes ein wenig von unserem, beispielsweise beim Abendmahl: Dort standen alle im Kreis zusammen und reichten sich den Wein und das Brot, welches tatsächlich echtes Brot war. Außerdem war ein ehemaliger Opernsänger im Gottesdienst, um ein Solo zu singen. Was uns alle positiv überrascht hatte war, dass fast jeder zweite seinen Kaffee mit in den Gottesdienst brachte. Nach dem Gottesdienst und den vielen ersten Eindrücken in der amerikanischen Kirche wurden wir von der Gemeinde zum anschließenden Gemeindeessen eingeladen. Wir führten viele nette Gespräche mit den Gemeindemitgliedern und bekamen außerdem eine extra Führung durch das schöne und moderne Kirchengebäude. Danach gingen wir alle zusammen die Läden in der Gegend erkunden und kauften auch das Ein oder Andere ein. Später fuhren wir zusammen mit der Metro nach Hause und bereiteten das Abendessen vor.

Der nächste Tag fing um sechs Uhr mit einem Gekreische an. Im Badezimmer wurde eine lebende Kakerlake gefunden, welche somit die Sauberkeit unserer Unterkunft bestens unterstrich. Nachdem  dann alle wach waren und sich angezogen hatten, ging es auch schon weiter zur YSOP Organisation. Dort wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt, um in die Hilfsorganisation zu gehen. Wichtig zu wissen ist, dass wir täglich die Einsatzorte wechselten, damit wir die Vielfalt solcher Organisationen auch persönlich erfahren konnten. Die Aktivitäten waren meist ein wenig unterschiedlich. An einem Tag waren wir beispielsweise in einer Küche und haben Essen abgepackt, welches dann für einen geringen Betrag an Menschen, denen das Geld fehlt, verkauft wurde. Eine weitere Organisation ähnelte der Kleiderkammer. Dort wurden Kleiderspenden entgegengenommen und wir haben diese aufgehängt und sortiert. Eine Gruppe half bei der Essenausgabe und beschäftigte sich mit den Obdachlosen, indem Gesellschaftsspiele gespielt oder nette Gespräche geführt wurden. Ein Abend war ganz besonders, denn da kochten wir in der YSOP Unterkunft für Wohnungslose. Diese kamen später zur Unterkunft und aßen zusammen mit uns zu Abend. In den vier Tagen mit YSOP haben wir einiges gelernt und definitiv viele Erfahrungen mitgenommen. Obdachlosigkeit in den USA unterscheidet sich schon von der in Deutschland. In Deutschland wird man in Falle einer Obdachlosigkeit viel besser unterstützt, was somit auch erklärt, warum dieses Problem in Deutschland nicht ansatzweise so groß ist wie in Amerika. Uns wurde einfach bewusst, wie gut wir es bei uns in Deutschland haben. Außerdem wurden gewisse Vorurteile, die wir eventuell zuvor gegen Obdachlose hatten, aufgehoben. Die Menschen waren größtenteils sehr freundlich und sehnten sich nach einem normalen Leben. Nachdem wir ein paar Tage fleißig waren und nach der Arbeit noch tolle Sachen unternommen haben, machten wir am letzten Tag noch eine Stadtführung. Eine nette und etwas verrückte Dame, welche in Deutschland geboren wurde, aber schon lange in Washington, D.C. lebte, führte uns zu den wichtigsten Denkmalen und Sehenswürdigkeiten. Dazu erzählte sie uns sehr viel, doch leider war es so heiß, dass wir uns kaum alles merken konnten. Trotzdem hat uns die Führung sehr gut gefallen. Am letzten Morgen mussten wir leider die super coole Stadt verlassen. Mit gepackten Koffern und einem Hauch von Traurigkeit ging es dann mit der Metro wieder zu unserem geliebten Bahnhof. Und wer hätte es gedacht, der Zug war mal wieder wie gewohnt super unpünktlich. Mit viel Vorfreude auf Wooster und unsere Partnergemeinde ging es dann zum Flughafen nach Baltimore. Das war der erste Teil unserer Reise.

Leanne Thompson

Woche II

Gerade noch pünktlich ging es von Baltimore mit dem Flugzeug 600 Kilometer nach Cleveland, Ohio. Kevan Franklin, unser "Austausch-Pfarrer", hat uns mit einem Van vom Flughafen abgeholt und nach Wooster gebracht, wo wir dann in unseren Gastfamilien untergebracht worden sind.

Am Sonntag ging der Tag mit einem wunderbaren Outdoor-Gottesdienst zum 200-jährigen Jubiläum unserer Partnerkirche mit anschließendem Picknick los. Wir haben bei tollem Wetter auch Kontakt zu anderen Gemeindemitgliedern geknüpft und von D.C und Deutschland erzählt. Da die Gemeinde anlässlich des Jubiläums eine Spendenaktion gemacht hatte, gab es eine Auktion: von Gemeindemitgliedern und Vereinen gestaltete Stühle wurden versteigert. Der Erlös ging in den Bau eines Hauses  für eine bedürftige Familie in der Gemeinde.  Nach dem gemeinschaftlichen Vormittag ging es für alle zurück in die Familien, mit denen wir den Rest des Tages verbrachten.

Montag haben wir mit dem Frühstücksprogramm in der Kirche begonnen, indem wir Frühstück vorbereiteten und austeilten für die Gäste, die gekommen waren. Viele von ihnen waren wohnungslos. Andere kommen in die Gemeinschaft, damit sie nicht alleine essen müssen. Wir haben uns dann auch dazugesetzt und mit ihnen gesprochen, während wir alle gefrühstückt haben. Nach dem Essen sind wir zu den Amish gefahren und haben dort mit einem sehr freundlichen Bischof der Amish-Gemeinschaft gesprochen und konnten unsere Fragen stellen. Anschließend waren wir noch in einem Museum über die Hutterer in den USA, dann bei einem Gemüsemarkt. Den Abend durften wir mit den Familien verbringen.

Dienstags haben wir wieder beim Frühstücksprogramm geholfen und anschließend die Stadt erkundet und am Abend ein letztes mal mit den Familien genossen, weil wir am nächsten Tag nach dem Frühstücksservice zum Erisee zu unserer letzten Unterkunft gefahren sind: ein Haus mit großem Garten und direkt anliegendem See, an dem wir den Tag haben ausklingen lassen.

Den Rest der Woche haben wir am See verbracht, mit Besuch von interessierten Gemeindegliedern aus anderen Kirchen aus der United Church of Christ in Ohio, die auch in der Kirchenpartnerschaft engagiert sind. Wir hatten schönes Wetter und besuchten außerdem Cedar Point, einen der besten Freizeitparks der Welt.

Die Rückreise war mit viel Warten und fast zehn Stunden in der Luft verbunden. Zu Hause angekommen, haben sich alle auf ihre Familien und das eigene Bett gefreut.

Insgesamt war die Zeit sehr schön und eine Erfahrung fürs Leben!

Johann Veenhof